Kühn-Chor Prag

Über uns   |   Chorleiter   |   Pavel Kühn

Schon mehr als ein halbes Jahrhundert ist der Kühn-Chor Teil des musikalischen Lebens.  Der heutige gemischte Chor entstand im Jahre 1959 durch Hinzutreten männlicher Stimmen zu einem ursprünglichen Frauen-Kammerchor. Gegründet wurde der Chor im Jahre 1958 von Pavel Kühn (1938-2003), damals noch Student an der Prager Akademie der musischen Künste. Bohuslav Martinů schrieb damals zum ersten Konzert des damals noch neuen Chors die Kantate Mikesch aus den Bergen.

Der Chor wurde nach und nach zum Wegbereiter bei der Aufführung von
a cappella-Werken der Romantik in Konzertsälen und Studios (Brahms, Schumann, Bruckner, R. Strauss, Reger u. a.). Neben vielen Siegen bei internationalen Gesangswettbewerben – z. B. in Italien und Ungarn stellte der Kühn-Chor seine Qualitäten auch mit Oratorien und Kantaten unter Beweis. Dieses Repertoire entwickelte sich vor allem aus einer engen Zusammenarbeit mit den Prager Symphonikern (FOK) unter ihren Dirigenten V. Smetáček, Z. Košler, Z. Mácal,
J. Bělohlávek, V. Válek, P. Altrichter, L. Pešek, M. Turnovský, S. Baudo oder
G. Delogu. Der Chor arbeitete auch mit weiteren führenden Sinfonieorchestern zusammen, sei es aus dem Inland (Tschechische Philharmonie, Symphonieorchester des Tschechischen Rundfunks, Prager Kammerphilharmonie mit den Dirigenten Ch. Mackerass, V. Ashkenazy, Z. Mehta, D. Zinman oder
E. Jaffe) oder aus dem Ausland (Concertgebouworkest, Tonhalle Orchester Zürich, Israelische Philharmonie u. a.). In den 1980er Jahren arbeitete der Chor an mehreren Projekten mit dem Nederlands Dans Theatr mit, dabei war er an Aufführungen des Choreographen Jiří Kylián zu Musik von I. Strawinski, M. Ravel, L. Janáček, B. Martinů und P. Eben beteiligt.

Nicht minder wichtig und bedeutsam war die Arbeit an Filmmusikaufnahmen (Miloš Forman: Larry Flint – Die nackte Wahrheit oder die Musik von Zdeněk Liška) oder Aufzeichnungen von Opern (z. B. Luboš Fišer: Lanzelot). Erstaufführungen moderner Musik waren für den Chor immer selbstverständlich. Von Beginn an inspirierte er die Entstehung vieler Werke zeitgenössischer Komponisten. Auf sein Konto geht auch eine Reihe ausgezeichneter Aufnahmen von Kompositionen aller Stilepochen (u. a. das vollständige Chorwerk von B. Martinů, eine Gesamtaufnahme von Fibichs Trillogie Hippodamie). Nach vielen Jahren der Zusammenarbeit profilierten sich drei hervorstechende Komponisten, die mit dem Chor zusammenarbeiteten: Jan Novák, Václav Trojan und Luboš Fišer.

Im Jahr 2009 nahm der Chor am umfangreichen zweijährigen Projekt Martinů revisited teil, indem er beim Internationalen Musikfestival Prager Frühling die Polička-Kantaten aufführte. Einige Monate später folgte Martinůs Feldmesse auf dem Podium des Musikfestivals Smetanova Litomyšl. Seit 2014 arbeitet der Chor mit der Oper des Prager Nationaltheaters zusammen. Der Kühn-Chor ist bis heute einer der führenden tschechischen Chöre, er tritt auf den wichtigsten tschechischen Musikfestivals auf und arbeitet mit führenden Orchestern zusammen.

Sein Begründer Pavel Kühn, der zielgerichtet an der Umsetzung seiner Idealvorstellung von der Klangfarbe eines Chores arbeitete, leitete den Chor fast 45 Jahre bis zu seinem frühen Tod. Danach wurde der Chor von Jan Rozehnal übernommen, der ihn knapp vier Konzertsaisons leitete (2003 - 2006). 

Im Dezember 2006 wurde Marek Vorlíček zum Chorleiter des Kühnchors ernannt. Er leitete den Chor bis Oktober 2017. Unter seiner Leitung studierte der Chor viele a cappella- und vokal-instrumentale Werke ein (Dvořák, Martinů, Händel, Haydn, Orff), nahm mehrere CD moderner ausländischer Komponisten auf und und machte Aufnahmen für den Tschechischen Rundfunk. Gegenwärtig steht der Kühn-Chor unter der Leitung von Jaroslav Brych (seit September 2017) und Lenka Navrátilová (seit 2014). 

In den Jahren 2015-2016 führte der Chor erfolgreich das eigene kulturell-soziale Projekt "Lasset uns singen!" durch, das aus den Norwegischen Fonds gefördert wurde. Im Rahmen des Projektes fanden mehrere Workshops und Konzerte statt, bei denen Werke von tschechischen und norwegischen Gegenwartskünstlern in Weltpremieren vorgestellt wurden. 


23.11.2017, 19:30, Praha, České muzeum hudby
Proměny liturgie
25.12.2017, 15:00, Praha, kostel sv. Šimona a Judy
J. J. Ryba: Česká mše vánoční
25.12.2017, 18:00, Praha, kostel sv. Šimona a Judy
J. J. Ryba: Česká mše vánoční

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